Freiburg - Havariebehälter für den Sortieranlagenbereich der ASF

Neuer Havariebehälter für den Sortieranlagenbereich der ASF Freiburg – Deponie Eichelbuck


An der Deponie Eichelbuck in Freiburg wurde ein neuer Bereich zur Sortierung von Gewerbeabfällen geschaffen. Für diesen Anlagenbereich bestand die Anforderung, im Havariefall – insbesondere bei einem Brand – eine separate und sichere Rückhaltung von belastetem Löschwasser und Löschschaum zu gewährleisten. Ziel war es, ein unkontrolliertes Abfließen in die öffentliche Kanalisation bzw. zur Kläranlage zuverlässig zu verhindern.

Zu diesem Zweck wurde unter der Vorfläche der Sortieranlage ein Rückhaltebauwerk in Form eines Havariebehälters mit einem Volumen von ca. 100 m³ realisiert. Besondere planerische Herausforderungen ergaben sich aus den örtlichen Randbedingungen: Die Einbautiefe sollte möglichst gering gehalten werden, gleichzeitig war eine geringe Überdeckung vorgesehen. Zudem befindet sich der Behälter in einem hoch beanspruchten Bereich mit Wendeflächen und Abkippzonen, die regelmäßig von Schwerlastfahrzeugen, Müllfahrzeugen und Anlieferverkehr befahren werden. Entsprechend hohe Scherkräfte und Flächenlasten mussten dauerhaft aufgenommen werden.

Aufgrund dieser Anforderungen fiel die Entscheidung auf den Werkstoff Stahlbeton. Realisiert wurde der Havariebehälter als Doppelrohrstrang aus Stahlbetonrohren DN 1600. Die beiden Rohrstränge wurden gemäß der Planung als miteinander verbundene Einheiten ausgeführt, Zuläufe wurden werkseitig erstellt sowie einer Verbindung zwischen den Rohren.

Der Havariebehälter ist im Normalbetrieb leer und wird nur im Ereignisfall genutzt. Über einen vorgeschalteten Schieberschacht kann der Zulauf vom regulären Kanalsystem gezielt in den Havariebehälter umgeleitet werden. So wird sichergestellt, dass im Brand- oder Havariefall anfallendes Löschwasser oder Löschschaum vollständig zurückgehalten und nicht in Gewässer oder zur Kläranlage eingeleitet wird. Nach Abschluss des Einsatzes kann der Behälter unkompliziert über die vorgesehenen Einstiege mit einem Saugfahrzeug entleert werden. Dazu wurde unter den Einstiegen ein Pumpensumpf geplant.

Der Einbau des gesamten Bauwerks erfolgte innerhalb von nur anderthalb Tagen durch die ausführende Baufirma Joos mithilfe eines Telekrans und eines Baggers. Die Röser GmbH lieferte hierfür alle benötigten Sonderfertigteile passgenau und koordinierte die Lieferung sämtlicher Bauteile just in time zur Baustelle. Dadurch konnten Bauabläufe optimal abgestimmt und Verzögerungen vollständig vermieden werden.

Ein weiterer Vorteil des gewählten Systems zeigte sich im Einbau: Für die Verfüllung der Leitungszone konnte gröberes, vor Ort vorhandenes Material wiederverwendet werden, was sowohl wirtschaftliche als auch logistische Vorteile mit sich brachte. Ein zentraler Aspekt der Planung war zudem die Auftriebssicherheit, da der Behälter im Regelfall leer ist. Entsprechend wurde ein vollständiger Auftriebsnachweis erbracht.

Wir bedanken uns bei der ASF Freiburg sowie beim zuständigen Ingenieurbüro Raupach & Stangwald  für die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit und freuen uns auf weitere gemeinsame Projekte.


 


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