Grundsätze der Dimensionierung der Versickerungsanlage
Die Planung und Berechnung einer Regenwasserversickerungsanlage erfordert eine gründliche Analyse der lokalen Gegebenheiten sowie die Einhaltung rechtlicher und technischer Vorgaben. Zunächst müssen die rechtlichen Rahmenbedingungen geprüft werden, da vielerorts Genehmigungen durch Wasserbehörden oder Umweltämter erforderlich sind. Parallel dazu ist eine Standortanalyse notwendig. Hierbei wird die Bodenbeschaffenheit untersucht, da durchlässige Böden wie Sand oder Kies ideal für die Versickerung sind, während weniger durchlässige Böden wie Lehm oder Ton oft ungeeignet sind. Zudem sollte der Grundwasserstand überprüft werden, da ein Mindestabstand von 1 bis 2 Metern zur Versickerungsebene notwendig ist, um eine Verunreinigung des Grundwassers zu vermeiden. Auch die Art des anfallenden Regenwassers spielt eine Rolle: Stark belastetes Niederschlagswasser, etwa von Industrie- und Verkehrsflächen, muss vor der Versickerung gereinigt werden.
Für die Dimensionierung der Anlage ist es entscheidend, die Regenwassermenge zu berechnen, die versickert werden soll. Hierfür werden die Niederschlagsdaten der Region ausgewertet, einschließlich des Bemessungsregens, der meist für ein Ereignis mit einer Wiederkehrzeit von fünf Jahren und einer Dauer von 15 Minuten gewählt wird. Die Abflussmenge ergibt sich aus der Fläche, der Regenintensität und einem Abflussbeiwert (siehe Grundsätze der Rückhaltung), der den Versiegelungsgrad der Fläche berücksichtigt.
Ein zentraler Schritt ist die Bestimmung der Versickerungsleistung des Bodens, wofür entweder ein Vor-Ort-Versickerungsversuch durchgeführt oder typische Durchlässigkeitswerte (Kf-Werte) aus der Fachliteratur genutzt werden können. Die Ergebnisse dieser Tests bestimmen die Dimension der Versickerungsanlage. Beispielsweise wird bei einer Rigolenversickerung das notwendige Volumen berechnet, indem man die anfallende Wassermenge, den Porenanteil der Rigolenfüllung und die Versickerungsfläche in Beziehung setzt. Für eine Muldenversickerung und den Bodenfilter mit direkter Versickerung ist vor allem die Aufnahmekapazität der Mulde entscheidend, wobei auch die Überflutungsdauer berücksichtigt werden muss.
Je nach Platzangebot und Anforderungen kann zwischen verschiedenen Typen von Versickerungsanlagen gewählt werden. Versickerungsanlagen aus Beton sind nachhaltig und auch schwerlastbefahrbar bei niedrigster Überdeckung und in unserem Fall mit der Anlage RÖSicko begehbar und es kann durch die Geometrie das maximale Volumen genutzt werden. Muldenversickerungen sind flächig und eignen sich für große Gebiete, während Rigolenversickerungen platzsparend unterirdisch angelegt werden. Auch Sickerschächte oder Kombinationen aus verschiedenen Systemen kommen infrage. In jedem Fall sollte geprüft werden, ob die Anlage auch bei Starkregen effektiv arbeitet, wobei der Rückstau berücksichtigt und eine sichere Ableitung überschüssigen Wassers vorgesehen wird.
Nach der Dimensionierung und Auswahl des Anlagentyps wird die Regenwasserversickerungsanlage in die Landschaftsplanung eingebunden. Dabei können Mulden oder Gräben als gestalterische Elemente genutzt werden. Ein Wartungskonzept, das regelmäßige Inspektionen und die Beseitigung von Verstopfungen vorsieht, stellt sicher, dass die Anlage langfristig funktionsfähig bleibt. Beim System RÖSicko benötigen Sie kein Spezialequipment oder Kameras die nur einen Teil der Rigole abbilden; unser System ist vollständig begehbar. Abschließend ist es sinnvoll, eine Wirtschaftlichkeitsprüfung durchzuführen, bei der die Bau-, Betriebs- und Wartungskosten mit möglichen Fördermitteln, etwa von Umweltprogrammen, abgeglichen werden.
Zusammenfassend erfordert die Planung einer Regenwasserversickerungsanlage eine sorgfältige Abstimmung von Standortbedingungen, technischer Machbarkeit und wirtschaftlichen Aspekten. Mit einer durchdachten Planung bei der wir Sie gerne unterstützen und regelmäßigen Wartung kann die Anlage einen nachhaltigen Beitrag zum Wasserkreislauf leisten.
Berechnungsschritte im Einzelnen:
1. Bestimmung der Versickerungsleistung des Bodens:
- Versickerungsversuch durchführen: Vor- Ort-Test (z. B. durch einen Bodensachverständigen) oder Literaturwerte für Kf-Wert (Durchlässigkeitskoeffizient) nutzen.
- Typische Kf-Werte:
- Sand: 10−3 m/s10−3m/s
- Lehm: 10−6 m/s10−6m/s
2. Größe des Rigolen- oder Muldenvolumens:
- Rigolenvolumen:
- V=(QRW (1−P))/(kf AVersickerung)
- V: Volumen der Rigole (m³)
- P: Porenanteil (z. B. 0,3 für Kiesfüllung)
- AVersickerung: Fläche der Rigole (m²)
- Muldenfläche:
- Bemessung je nach Aufnahmefähigkeit der Mulde und Überflutungsdauer.
3. Rückstauvolumen und Sicherheit:
- Rückstauraum einplanen, falls Starkregenereignisse auftreten.
- Sicherstellen, dass überschüssiges Wasser abgeleitet werden kann (z. B. in ein Notüberlaufbecken).